Medion Akoya E1222: Test und Alternativen zum Aldi-Netbook
2010-02-28 von +Bernd Rubel | 432 | Kategorie: Aldi, Aldi-Nord, Aldi-Süd, Hofer, Notebooks, SchnäppchenMit dem Akoya E1222 von Medion wartet am Donnerstag (04. März) ein neues Aldi-Netbook in den Filialen des Discounters. Das Netbook MD 98240 soll bundesweit (also bei Aldi-Nord und Aldi-Süd) angeboten werden, auch in Großbritannien, Irland und Österreich (Hofer) ist es zu finden. Mit einem modernen Atom-Prozessor von Intel und der umfangreichen Netzwerkausstattung inklusive Wireless LAN und Bluetooth klingt das Netbook-Angebot wie ein Schnäppchen – doch ein erster Test zeigt auch Schattenseiten.
Netbooks im Allgemeinen – und somit auch das Medion Akoya E1222 – sind in der Auswahl ihrer Hardwarekomponenten voll auf den mobilen und möglichst stromsparenden Einsatz ausgerichtet. Neben der Displaygröße zeigt sich das vor allem bei der Auswahl der Leistungskomponenten. Während die Größe des Arbeitsspeichers und Größe des Bildschirms von Microsoft, dem Hersteller des Betriebssystems Windows 7 Starter, vorgeschrieben wird, zeigen sich vergleichbare Unterschiede meistens nur in den Grafikeigenschaften und der allgemeinen Verarbeitung des Modells.
[Update: ab dem 02. bzw. 03. Juni wird das Netbook neben dem Akoya E4100 D (MD 8348) erneut angeboten - bei Aldi-Nord. Am Preis ändert sich nichts. Am 08. Juli folgt dann das Akoya E1222 (MD 98370) bei Aldi-Süd, dort mit einem Intel Atom N455 Prozessor.]
Das Medion Akoya E1222 besitzt eine Grafikeinheit, die im Prozessor integriert ist: der Intel GMA 3150 sitzt im Intel Atom N450. Der eventuell benötigte Grafikspeicher wird vollständig beim Arbeitsspeicher abgezweigt, was beim Medion Akoya E1222 dazu führen kann, das bis zu zirka 25% belegt werden. In dieser Konstellation eignet sich das kleine Aldi-Netbook nicht für grafisch anspruchsvollere Anwendungen jeglicher Art. Weder Videoschnitt noch 3D-Games oder hochauflösende Bildbearbeitungen sind mit dem MD98240 ein Vergnügen – aber dazu ist das ein Netbook ja auch nicht gedacht. Etwas mehr Leistung ist zu erwarten, wenn man nach dem Kauf den eingebauten Arbeitsspeicher entfernt und ein doppelt so großes RAM-Modul mit zwei Gigabyte einsetzt (Anzeige: medionshop.de). Leider besitzt das Akoya E1222 nur eine Speicherbank, somit ist der eingesetzte Arbeitsspeicher-Riegel nicht kostengünstiger ergänzbar.
Alternativen [Anzeigen]:
Optisches Manko Nummer Zwo ist lt. bisher vorliegendem Test das Display: während man auf der kleinen Bildschirmdiagonale durchaus kontrastreich arbeiten kann, setzt Medion beim Akoya E1222 auf ein Hochglanz-Gehäuse mit spiegelnder Bildschirm-Oberfläche. Das führt, abhängig von der Umgebung, zu störenden Bildschirm-Reflexionen. Hochwertigere Netbook-Modelle besitzen oft ein entspiegeltes Display.
Der Test endet, in Verbindung mit zwei ärgerlichen Konzept- bzw. Verabeitungsmängeln, insgesamt mit der Test-Note “Befriedigend” – Aldi bewirbt das Akoya E1222 Netbook natürlich nur mit dem Preisurteil ”sehr günstig”, siehe unten. Nicht besonders (genug) hervorgehoben werden im Testbericht einige Punkte, die im alltäglichen Betrieb mehr oder weniger wichtig werden können:
- das Medion Akoya E1222 besitzt einen vergleichsweise starken Akku mit 6 Zellen, der allerdings knubbelig aus dem ansonsten recht flachen Gehäuse hervorsteht. Dadurch wird das Netbook im Akkubetrieb hinten angehoben, die Tastatur ist somit schräg. Unklar ist, ob die Tastenbeschriftungen wie bei einem der Vorgänger aufgeklebt oder aufgedruckt sind.
- das Multitouchpad des Akoya E1222 besitzt keine getrennten Klick-Tasten – stattdessen wird ein Wippschalter bereitgestellt. Die Tastur ist zwar breit, aber naturgemäß sind die Tasten sehr klein.
- das Aldi-Netbook besitzt “nur” eine VGA-Schnittstelle als optischen Ausgang. Wer am Arbeitsplatz einen größeren Monitor anschliessen möchte, sollte das neben der maximal möglichen Auflösung des Grafikchips vor dem Kauf bedenken.
- das Netbook besitzt wie alle Vertreter in dieser Geräteklasse kein optisches Laufwerk. Wer ein DVD-Laufwerk anschliessen will, muss entweder zwei freie USB-Anschlüsse für Strom- und Datenübertragung reservieren oder ein Laufwerk mit eigenem Netzadapter besorgen.
Netbook-Interessenten sollten immer bedenken: das ist kein Notebook. Netbooks eignen sich als kleine, relativ leichte Begleiter und sollen im Idealfall den Zugang zu einem WLAN-Hotspot am Flughafen oder ähnlichen Orten ermöglichen. Für den drahtlosen Zugang ins Internet benötigt man ansonsten einen UMTS-Stick, der eine USB-Schnittstelle belegt und zusätzlich angeschafft werden muss. Textverarbeitungen, das Betrachten von Bildern über den eingebauten Speicherkartenleser, das Abrufen von E-Mails oder das Surfen im Internet sind mit dem Akoya E1222 möglich – leistungsintensivere Anwendungen kaum. Zudem sollte man sich auf die Tatsache vorbereiten, dass das Netbook kein CD- oder DVD-Laufwerk besitzt; entweder man plant den Kauf eines externen Laufwerks ein oder man beschäftigt sich mit der alternativen Datenübertragung via USB-Stick, Speicherkarte oder Netzwerk.
Der bisher verfügbare Test befindet sich als (offensichtlich gekürzte) Online-Version unter www.computerbild.de - dort ist auch ein ergänzendes Test-Video zum Akoya E1222 abrufbar. Spätestens zum Verkaufstermin sollten weitere Testberichte von Zeitschriften oder fachkundigen Käufern des Aldi-Netbooks folgen.
Update 01. März 2010: zwischenzeitlich sind auch bei www.netbooknews.de und ndevil.com die ersten Kommentare zum Test erschienen.




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Am 1. März stellt Intel übrigens den etwas schnelleren Atom N470 mit 1,83 GHz vor, denn der N450 bringt kaum mehr Leistung als die alte N270 CPU. Zwei Gigabyte RAM sollte man sich bei Windows 7 schon gönnen damit es Spass macht.… Für den drahtlosen Zugang ins Internet benötigt man ansonsten einen UMTS-Stick, der eine USB-Schnittstelle belegt und zusätzlich angeschafft werden muss … Das ist zwar bei dem ALDI-Netbook und einigen anderen so, wirklich gute Netbooks haben aber UMTS eingebaut. Dann ist kein zusätzlicher UMTS-Stick erforderlich und die Gefahr des Abbrechen besteht nicht.
Braucht man den UMTS-Stick immer um in’s Internet gehen zu können?
Auch wenn man zum Beispiel ein WLAN-Modem im Haus hat?
Für wen eignet sich ein Netbook am Besten?
@Anny: Nein, mit einem WLAN-Router/Modem braucht man keinen UMTS-Stick; der ist nur nötig, wenn man unterwegs in’s Internet möchte und dort kein WLAN-Hotspot bereitsteht.
An sich kann ich mich über das E1222 nicht wirklich beschweren. Es erfüllt alle Anforderungen, die ich an ein solches Gerät stelle bis auf eine. Es ist anscheinend nicht möglich mit dem E1222 von einem USBStick zu booten um ein alternatives Betriebssystem zu testen. Im Bios ist nicht einmal die Möglichkeit vorhanden ein Booten von USB Medien einzustellen.
Booten mit einem USB-Stick ist beim start mit der F11-Taste möglich, von da aus kann man zwischen Festplatte oder bei eingestecktem USB-Stick wählen.
[...] dem Akoya E1222 (MD 98240), das schon im März und Juni bei Aldi angeboten und bereits ausgiebig getestet wurde. Preis und Ausstattung ähneln sich und bewegen sich wie zuvor im für Netbooks üblichen [...]